Bornheim ohne Stehvermögen

Trotz einer überragend geführten ersten Halbzeit, musste das Bornheimer Hessenliga-Team gegen die TSG Neu Isenburg zum Ende des Fußballjahres eine 2:5-Pleite hinnehmen und konnte den aktuellen Aufwärtstrend damit nicht fortsetzen. Zumindest zu einem Pflichtsieg reichte es dagegen für das Gruppenliga-Team, das die Gäste von Alemannia Niedermittlau mit 1:0 bezwingen konnte und damit weiter im Aufstiegsrennen mitmischt.

Dank der bis dahin besten Saisonleistung, hatte das Team von Trainer Manfred Michel gegen Neu Isenburg zur Pause bereits ein 2:0 vorgelegt und sich dabei nahezu in einen Rausch gespielt. Nach der frühen Führung durch Laura Predoi (06.), konnte Nicole Stilger nach 34 Minuten sogar das 2:0 vorlegen, dazwischen hatte abermals Predoi bei einem Lattentreffer (31.) sogar einen dritten Treffer auf dem Fuß. Dementsprechend wurde Bornheim zu Recht  mit reichlich Applaus und Schulterklopfen in die Halbzeitpause verabschiedet. So war es auch nicht verwunderlich, dass mit Anpfiff der zweiten Halbzeit  allgemein eine Fortsetzung des furiosen Sturmlaufes erwartet wurde. Doch es kam anders.

Als hätte man in der Pause den Stecker gezogen, schien Bornheim nach Wiederanpfiff förmlich auf Sparflamme zu fahren und ließ den Gegner mehr und mehr in die Partie kommen. Dabei half natürlich auch der frühe Neu Isenburger Anschlusstreffer zum 2:1 (51.) durch Caren Biermann, die mit einem präzisen Flachschuss an den Innenpfosten Sonnur Kiricioglu im Bornheimer Tor überwinden konnte. Auch im weiteren Verlauf der Partie übernahmen die Gäste nun mehr und mehr das Heft des Handelns und brachte die SG damit immer häufiger in Bedrängnis. Knackpunkt für die Wende im Spiel war schließlich eine fragwürdige Freistoßentscheidung von Schiedsrichterin Ariane Lutz, die Neu Isenburgs Freistoßexpertin Kathrin Schneider den 2:2- Ausgleich (72.) sozusagen auf dem „silbernen Tablett“ servierte. Unglücklicherweise prallte Keeperin Kiricioglu bei ihrem Rettungsversuch so unglücklich gegen den Pfosten, dass sie mit einer Rippenprellung ausgewechselt werden musste und durch Elena Belkaid ersetzt wurde. Vermutlich hatten sich bereits die meisten Zuschauer mit einem Remis abgefunden, als Neu Isenburg schließlich doch noch einmal zuschlug. 90 Minuten waren gespielt, als abermals Caren Biermann ein Missverständnis zwischen Torhüterin Belkaid und Verteidigerin Marlies Brönner nutzen konnte und den Ball zum 2:3 im Tor versenken konnte.

In der auf Grund der langen Verletzungsunterbrechung 8-minütigen Nachspielzeit setzte Bornheim schließlich mit dem Mute der Verzweiflung auf totale Offensive und wäre dabei sogar fast mit dem Ausgleich belohnt worden, jedoch verpasste es Predoi den Ball auf die mitgelaufene Jenny Zitnik zu passen und traf stattdessen bei ihrem Schuss nur das Außennetz. Stattdessen kam Neu Isenburg gegen eine nun komplett aufgerückte Bornheimer Hintermannschaft zu weiteren Treffern von Amelie Pollara (94.) und Sabrina Frank (97.) und machte damit das Debakel aus Bornheimer Sicht perfekt.

„Wir haben leider das Niveau aus der 1.Halbzeit nicht über 90 Minuten halten können und sind nach der Pause eingebrochen. Das 2:2 und die damit verbundene Verletzung von Sonnur war sicherlich die Schlüsselszene des Spiels. Der vierte und fünfte Gegentreffer waren am Ende zwar nicht mehr relevant, tun aber trotzdem weh. Betrachtet man den Spielverlauf, wäre ein Remis sicherlich das gerechtere Ergebnis gewesen“, war Trainer Michel am Ende von 90 teils dramatischen Minuten entsprechend bedient.  Auch Abteilungsleiter Christoph Schaaff zeigte sich in seinem Resümee enttäuscht: „Ich denke, wir sind im ersten Durchgang ein zu hohes Tempo gegangen und haben dafür nach der Pause die Quittung bekommen. Natürlich wollten wir uns für die derbe Hinspielpleite revanchieren, sind aber am Ende wieder unter die Räder gekommen“, so Schaaff weiter, der aber auch gleich den Blick auf die Rückrunde richtete: „Dass die Saison bislang noch nicht so gelaufen ist wie wir uns das erhofft hatten, liegt sicherlich auch an der Verletzungsmisere. Ich hoffe dass wir zu Rückrunde wieder alle an Bord haben und werden zudem sicherlich auch noch an der einen oder anderen Stellschraube drehen müssen um unser volles Potential auch ausschöpfen zu können“, kündigte Schaaff bereits jetzt eine genaue Analyse der Vorrunde an.

Mehr Grund zur Freude hatte zuvor das Team um Trainer Erdinc Özkuscu, das im 10. Spiel den 7.Sieg einfahren konnte und damit dem Führungsduo aus Haitz und Niederursel weiter dicht auf den Fersen bleibt. Allerdings tat sich Bornheim gegen den abstiegsbedrohten Gegner aus Niedermittlau über weite Strecken schwerer als erwartet. Dran änderte auch das frühe 1:0 durch Darina Prissjashnik nichts, die ihr Team nach 13 Minuten in Front geschossen hatte. Über weite Strecken leistete der Tabellenneunte beharrlich Gegenwehr, konnte sich seinerseits aber auch keine nennenswerte Torgelegenheit erarbeiten.

Nachdem Prissjashnik mit einem direkt auf die Latte beförderten Eckstoß (50.) und Selina Krüger mit einem weiteren Lattentreffer (54.) ein mögliches 2:0 nur knapp verpasst hatten, sorgte kurz vor Schluss (81.) Schiedsrichter Gouziotis für das Kuriosum der Partie. Nach einem Freistoß von Krüger an die Unterkante der Latte hatte der Referee zunächst auf Tor entschieden, nahm jedoch die eigene Entscheidung nach den Niedermittlauer Protesten und der Befragung von Zuschauern (!!) wieder zurück, um das Spiel im Anschluss mit einem Schiedsrichterball fortzusetzen. Somit blieb es am Ende bei einem knappen, aber hochverdienten Erfolg für die SG Bornheim.

„Aus meiner Sicht hat der Schiedsrichter mit der Rücknahme seiner Entscheidung nach Befragung von Zuschauern einen klaren Regelverstoß begangen“, hatte Abteilungsleiter Schaaff auch lange nach Spielende nur Kopfschütteln für diese Entscheidung übrig. „Hätten wir das Spiel nicht gewonnen, hätte das mit Sicherheit einen Protest unsererseits gegen die Spielwertung nach sich gezogen“, so Schaaff weiter.

„Heute haben wir sicher nicht überzeugt, aber dennoch gewonnen“ war Trainer Özkuscu trotzdem mit dem Ergebnis zufrieden. „Wir bleiben weiter in Lauerstellung und warten geduldig auf einen Ausrutscher der Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg“, so Özkuscu, der mit seinem Team am 03.12.16 zum letzten Pflichtspiel abermals gegen die Alemannia, dann in Niedermittlau, antreten muss. „Auch da wollen wir uns noch einmal trotz der zwischenzeitlich 3-wöchigen Pause fokussieren und dreifach punkten“ kündigt der Coach an.

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Das Siegen nicht verlernt

Versöhnlicher Saisonausklang für Bornheims Hessenliga-Fußballerinnen: Nach zuletzt 2 Niederlagen in Folge, kam die SG am letzten Spieltag in der nordhessischen Warmetal-Kampfbahn zu einem 2:3-Auswärtserfolg über den TSV Zierenberg und bewiesen damit, dass sie das Siegen nicht verlernt haben. Während die Gastgeberinnen schon vor dem Spiel als Absteiger feststanden, belegt das Team von Trainer Manfred Michel Platz 7 der Abschlusstabelle in Hessens höchster Spielklasse. Lediglich zu einem 3:3-Unentschieden reichte es -trotz einer zwischenzeitlichen 3:0-Führung- für Bornheims Zweite in der Partie bei der SpVgg. 03 Neu-Isenburg. Dieses Resultat hatte jedoch aus Bornheimer Sicht keinen Einfluss mehr auf das Klassement  der Gruppenliga, das die Bornheimerinnen zum Saisonende als Tabellendritten ausweist.

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