Meisterliche Lektionen

Leistungstechnisch gegenüber der 0:7-Klatsche in Marburg zwar verbessert, aber dennoch chancenlos, präsentierte sich Bornheims Erste im Heimspiel gegen den frisch gekürten Hessenmeister Eintracht Frankfurt. Trotz einer insgesamt kämpferischen und engagierten Leistung stand am Ende ein deutliches 5:0 zu Gunsten der Gäste, die damit ihrer Favoritenstellung klar gerecht wurden. Ein enges und spannendes Duell lieferte sich hingegen Bornheims Zweite, musste sich aber schließlich dem Tabellenführer SG Haitz/Langenbergheim knapp mit 1:2 geschlagen geben. Die Gäste machten damit ihr Meisterstück perfekt und kehren nach nur einer Spielzeit zurück in die Verbandsliga Süd.

Bei idealem Fußballwetter erwischte Bornheim zunächst einen idealen Start in das Match und ging nach 15 Minuten durch Routinier Steffi Löhr mit 1:0 in Führung. Trotz zweier guter Ausgleichsgelegenheiten der Gäste durch Jonna Fornges (25.) und Lea Auerbach (42.) konnte Bornheim die knappe Führung mit in die Pause nehmen. Fast hätte Spielführerin Alex Galle die Führung kurz nach dem Seitenwechsel (50.) sogar ausbauen können, jedoch verfehlte ihr Abschluss das Ziel nur um Haaresbreite. Im Gegenzug traf stattdessen Lea Auerbach zum 1:1 (53.) für die SG Haitz und brachte ihr Team damit zurück ins Match. Als Gästespielerin Alica Kleespies nach einer Notbremse (60.) vom Unparteiischen Pascal Braune vorzeitig zum Duschen geschickt worden war, schien Bornheim das zahlenmäßige Übergewicht doch noch zu seinem Vorteil nutzen zu können und das Titelrennen in der Gruppenliga damit weiter offen zu halten. Ein Treffer von Theresa Noll bescherte den Gästen schließlich trotz Unterzahl doch noch den 1:2-Siegtreffer (78.) und damit den Meistertitel inclusive der dazugehörigen Sekt- und Bierduschen.

„Wir haben uns dem neuen Meister heute als ebenbürtiger Gegner erwiesen und das Spiel über die gesamte Spielzeit offen gestalten können. Das zweite Tor für Haitz war von seiner Entstehung aus unserer Sicht ein wenig unglücklich. Ich denke ein Remis wäre das gerechtere Resultat gewesen,“ war Trainer Özkuscu aber dennoch nicht unzufrieden und gratulierte den Gästen zu Meisterschaft und Aufstieg.

Vor dem Spiel wurden mit Steffi Löhr, Spielführerin Alex Galle und Tanja Seitz drei Bornheimer Spielerinnen verabschiedet. Während Tanja Seitz Frankfurt aus beruflichen Gründen verlassen wird, beenden Steffi Löhr und Alex Galle ihre langjährige fußballerische Laufbahn. „Der Abschied von Steff und Alex ist für uns ein schwerwiegender Verlust. Beide waren absolute Leistungsträgerinnen und werden nicht so ohne Weiteres zu ersetzen sein“ bedauert Abteilungsleiter Christoph Schaaff den Verlust der beiden Leistungsträgerinnen, die  -ebenso wie Tanja Seitz- vor dem Anpfiff mit einem Blumenstrauß geehrt wurden.

Nichts zu bestellen, hatte das Hessenliga-Team im anschließenden Derby gegen Eintracht Frankfurt. Zwar war man nach der Blamage der Vorwoche auf Widergutmachung bedacht, jedoch war der Gegner nicht unbedingt geneigt, sich an diesem Unterfangen zu beteiligen. Bereits früh ging der zukünftige Regionalligist durch Lisa Mundt (05.) in Führung und zeigte sich auch sonst nicht gewillt, die Zügel in irgendeiner Form schleifen zu lassen. Weitere Treffer durch Helen Weber (22.), Rosalie Sirna (39.) per Freistoß und Jill Fournier (40.) ließen bereits zur Halbzeit keine Zweifel über den Sieger der Partie aufkommen.

Ihre erste nennenswerte, wenn auch erfolglose Torchance (48.) durch Laura Predoi konnten die Gastgeberinnen erst nach dem Seitenwechsel verbuchen. Stattdessen legte die Eintracht durch Fournier (50.) noch einen weiteren Treffer nach. Als Damla Bulut nach 60 Minuten in Folge einer Freistoßentscheidung die Sehfähigkeiten von Schiedsrichter Eiles in Frage gestellt hatte, entschied sich dieser die Partie ohne das weitere Mitwirken von Bulut fortsetzen zu wollen und bedachte sie mit einem Feldverweis. Zwar schwante dem Bornheimer Anhang ob der Unterzahl ihres Teams nun zusätzliches Ungemach in Form weiterer Gegentreffer, die jedoch bis zum Ende der Partie ausblieben.

„Wir haben versucht, uns so teuer wie möglich zu verkaufen, was uns trotz der Deutlichkeit des Ergebnisses auch einigermaßen gelungen ist. Auf jeden Fall haben wir uns aber gegenüber dem Marburg-Spiel in Sachen Engagement und Laufbereitschaft erheblich gesteigert“, betrachtete Coach Manfred Michel das Spiel dann auch von der realistischen Seite. „Natürlich haben wir auf eine Überraschung gehofft. Damit, dass sie am Ende ausgeblieben ist, können wir im Hinblick auf die Klasse des heutigen Gegners aber leben“, so Michel.

„Wir haben insbesondere in Unterzahl über 30 Minuten entschlossen dagegen gehalten und keinen weiteren Gegentreffer mehr zugelassen. Das gehört zu den positiven Aspekten dieser Partie. Das ist gegen eine Mannschaft mit diesem Format keine Selbstverständlichkeit“, zog auch der Sportliche Leiter Christoph Schaaff am Ende ein sachliches Fazit. „Nach zuletzt 12 Gegentoren in 2 Spielen hoffen wir jetzt auf ein versöhnliches und erfolgreiches Saisonfinale in Zierenberg“ so Schaaff weiter.

CS

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Das Siegen nicht verlernt

Versöhnlicher Saisonausklang für Bornheims Hessenliga-Fußballerinnen: Nach zuletzt 2 Niederlagen in Folge, kam die SG am letzten Spieltag in der nordhessischen Warmetal-Kampfbahn zu einem 2:3-Auswärtserfolg über den TSV Zierenberg und bewiesen damit, dass sie das Siegen nicht verlernt haben. Während die Gastgeberinnen schon vor dem Spiel als Absteiger feststanden, belegt das Team von Trainer Manfred Michel Platz 7 der Abschlusstabelle in Hessens höchster Spielklasse. Lediglich zu einem 3:3-Unentschieden reichte es -trotz einer zwischenzeitlichen 3:0-Führung- für Bornheims Zweite in der Partie bei der SpVgg. 03 Neu-Isenburg. Dieses Resultat hatte jedoch aus Bornheimer Sicht keinen Einfluss mehr auf das Klassement  der Gruppenliga, das die Bornheimerinnen zum Saisonende als Tabellendritten ausweist.

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