Zurück in die Zukunft

Befreiungsschlag für Bornheims Fußballfrauen in der Hessenliga: Mit einem hochverdienten 3:1-Erfolg über die TSG Neu Isenburg konnte sich die Elf von Trainer Sven Walzer ein wenig Luft im Kampf um den Klassenerhalt verschaffen und hat damit die Abstiegsränge vorerst verlassen können. „Dieser Sieg war extrem wichtig für uns“, war Bornheims Coach nach dem Spiel dann auch dementsprechend erleichtert. Einen Rückschlag musste dagegen Bornheims “Zweite“ hinnehmen, die beim SV Zellhausen mit 0:4 unterlag.

Nach einer abermals unnötigen 0:1-Niederlage im Regionalpokalfinale gegen den klassentieferen FC Mittelbuchen am vergangenen Dienstag, hatte sich das Hessenliga-Team zu einer internen Aussprache getroffen. Dabei wurde nicht nur die momentane Situation analysiert sondern man schwor sich auch gleichzeitig auf den bevorstehenden Krisengipfel mit dem Dauerrivalen aus dem benachbarten Neu Isenburg ein. Hätte man diese Partie vor ein paar Monaten noch in weit höheren Regionen der Tabelle erwartet, trafen an diesem Samstag nun zwei Teams aufeinander, die mit dem Rücken zur Wand stehend jeden Punkt dringend benötigten.

Offensichtlich hatte die Aussprache unter der Woche seine Wirkung nicht verfehlt, denn Bornheim zeigte vom Anstoß weg eine überaus kämpferische und engagierte Mannschaftsleistung und schien nur wenig Zweifel daran aufkommen lassen zu wollen, wer in diesem Klassiker das Sagen hätte. Fast logisches Resultat aus dieser Leistung war schließlich auch die frühe Führung durch Sandra Ott, die eine Hereingabe von Nicole „Jackson“ Gueye zum 1:0 (15.) verwerten konnte. Fast wäre Canan Yikilmaz nach einer knappen halben Stunde sogar bereits das 2:0 geglückt, jedoch scheiterte sie nach einem hervorragenden Zuspiel von Jenny Zitnik an Anna Friedichowitz im Neu Isenburger Tor. Den zweiten Treffer besorgte kurz darauf die an diesem Tag überragend aufspielende Gueye, die eine Vorlage von Yikilmaz entschlossen zum 2:0 (31.) in die Maschen setzte. Mit diesem Resultat gingen beide Teams dann schließlich auch in die Halbzeitpause.

Hatte Bornheim im ersten Durchgang eine spielerisch und läuferisch starke Leistung gezeigt, musste das Team in Halbzeit zwei dem hohen Einsatz ein wenig Tribut zollen. Zwangsläufig kamen die Gäste nun ein wenig besser ins Spiel und ließen den Bornheimer Offensivdruck der ersten 45 Minuten nicht mehr so zur Entfaltung kommen. Dennoch wäre der SG nach 54 Minuten fast sogar der dritte Treffer gelungen, jedoch touchierte der Schuss  von Sandra Ott lediglich die Querlatte des Gästetores.  Sprichwörtlich aus dem Nichts resultierte wenig später der Anschlusstreffer für die TSG, der jedoch einer Bornheimer Unaufmerksamkeit entsprang. Ein im Mittelfeld abgefangener Abschlag von Bornheims Torhüterin Sonnur Kiricioglu landete umgehend bei Neu Isenburgs Top-Torschützin Sanne Martens die sich die Chance zum 2:1 (65.) nicht entgehen lassen wollte. Bornheim zeigte aber einmal mehr Nehmer-Qualitäten und blieb auch von diesem überraschenden Gegentreffer unbeeindruckt. Zwar nach wie vor nicht mehr so dominant wie in der ersten Halbzeit, hatte Bornheim Partie und Gegner aber jederzeit im Griff und lies vor dem eignen Sechszehner dem Gegner nur wenig Spielräume. Nur einmal sollte noch ein Hauch von Gefahr aufkommen, als Neu Isenburgs Katharina Droszcs mit einem Freistoß (75.)an Bornheims Keeperin Kiricioglu scheiterte. Für die endgültige Entscheidung  sorgte in der 84. Minute schließlich die kurz zuvor eingewechselte Zehra Inceoglu, die einen Konter mit  dem 3:1 für Bornheim abschließen konnte und damit die letzten Zweifel an einem Sieg beseitigte.

„Das Match hatte richtungsweisenden Charakter“ zog Bornheims Sportlicher Leiter nach der Partie die Bilanz. „Bei einer weiteren Niederlage wäre es perspektivisch sicherlich sehr schwer gewesen, den Tabellenkeller dauerhaft zu verlassen. Mit dem heutigen Sieg haben wir den ersten Schritt zurück in die Zukunft gemacht“, so Schaaff, der zudem Linksaußen Nicole „Jackson“ Gueye mit einem Sonderlob bedachte: „Was Jackson heute insbesondere in der ersten Halbzeit auf der Außenbahn gespielt hat, war herausragend und vom Gegner nicht zu verteidigen!“

Auch Trainer Walzer zeigte sich von der Leistung Gueye’s beeindruckt, betonte aber auch die geschlossen gute Mannschaftsleistung: „Die gesamte Mannschaft hat gezeigt, welches Potential wirklich in ihr steckt und sich mit dem Sieg dafür belohnt. Wenn wir daran anknüpfen und uns weiter mit dieser Geschlossenheit präsentieren, werden wir uns in der Tabelle weiter nach oben arbeiten.“

Deutlich weniger zufrieden war hingegen sein Trainerkollege Christian Walter vom Gruppenliga-Team, dass bei der 0:4-Pleite in Zellhausen nichts zu bestellen hatte. Dabei konnte seine Elf auch von einer 35-minütigen Überzahl nicht profitieren, nachdem Zellhausen Emma Goldhammer nach wiederholtem Foulspiel die gelb-rote Karte gesehen hatte. Allerdings hatte Bornheim zu diesem Zeitpunkt nach einem Doppelpack von Goalgetterin Jessica Kühne (05./22.) bereits mit 0:2 im Hintertreffen gelegen.

Trotz Unterzahl konnte der Verbandsliga-Absteiger, der das Hinspiel in Bornheim noch 6:2 verloren hatte, zwei weitere Tore durch Linda Klingenberg (69.) und Jennifer Döll (86.) nachlegen und nahm damit entsprechend Revanche für die deutliche Vorrundenniederlage.

"Leider haben wir diesmal nicht zu unserem Spiel gefunden und verdientermaßen verloren. Vor allem läuferisch haben wir uns nicht so gut präsentiert, wie in den beiden vorangegangenen Partien. Dadurch konnten wir auch nicht von unserer Überzahl in der zweiten Halbzeit profitieren. Das ist natürlich ärgerlich", war Coach Walter dementsprechend unzufrieden.

Während das Gruppenligateam sich nun in die Winterpause verabschiedet hat, steht für Bornheims Erste noch das Nachholspiel beim MFFC Wiesbaden (14.11.17 um 20 Uhr) sowie die erste Runde im Hessenpokal (18.11.17) an, für die der Gegner im Duell der beiden Hessenligisten Opel Rüsselsheim und SG Ueberau ermittelt werden wird.

CS