Wunder gibt es immer wieder

Und wieder einmal haben Bornheims Fußballerinnen ein kleines Fußballwunder vollbracht! Mit einem 3:0-Auswärtserfolg beim TSV Pfungstadt sicherte sich das Team von Trainer Sven Walzer am letzten Spieltag doch noch den Klassenerhalt in der Hessenliga und wird damit auch in der Spielzeit 2018/19 im hessischen Fußballoberhaus vertreten sein. Aber auch das Gruppenliga-Team hat Grund zum Feiern: Ebenfalls am letzten Spieltag gelang durch ein 1:2 bei der FSG Fauerbach-Gambach der Sprung auf Platz 3 und damit in die Aufstiegsrelegation zur Verbandsliga Süd.

Die Ausgangslage für den Hessenligist aus Bornheim war vor der Partie mehr als eindeutig. Nur ein Sieg beim Aufsteiger Pfungstadt würde den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz bedeuten, jedes andere Resultat hätte unweigerlich den Abstieg bedeutet. Gerade so, als sei man für genau solch einen Tanz auf der Rasierklinge gemacht, gelang Bornheim ein Auftakt nach Maß als der Ball bereits nach 3 Minuten das erste Mal im Pfungstädter Netzt zappelte. Allerding hatte der TSV bei diesem Treffer maßgeblich Schützenhilfe geleistet, als Pfungstadts Catharina Schmucker nach einer Hereingabe von Nicole „Jackson“ Gueye den Ball unglücklich im eigenen Tor versenkte. Die Gastgeberinnen wirkten jedoch keineswegs geschockt und erspielten sich ihrerseits durch Jill Bohling (15.) eine erste Chance auf den möglichen Ausgleich. Als Christina Depta mit ihrem Saisontreffer Nr.9 nach 32 Minuten auf 0:2 erhöhen konnte, sollte sich erstmals so etwas wie leichte Entspannung im Bornheimer Lager breit machen. Das die Partie damit aber keineswegs auch nur vorentschieden wäre, zeigte sich bereits wenig später. Nach einem vorausgegangenen Eckball bot sich Pfungstadt gleich zweimal die Chance auf den Anschlusstreffer (37.), scheiterte jedoch zunächst an Torhüterin Kaya Rütters, bevor der zweite Versuch am Außennetz landete. Überschattet wurde der erste Spielabschnitt von der schweren Verletzung der Pfungstädterin Jessica Ströbel, die kurz vor der Pause nach einem Luft-Zweikampf mit Esma Gado unglücklich am Boden aufkam und mit einer Fraktur am Fuß in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Hatte man sich auf Bornheimer Seite nach Wiederanpfiff auf einen nun verstärkt auf den Anschlusstreffer spielenden TSV eingerichtet, kam es jedoch anders. Das schnelle 0:3 (50.) durch Sandra Ott ließ die Pfungstädter Hoffnungen auf ein Happy-End schnell auf ein Minimum schrumpfen, Bornheim hingegen sah sich bereits am Ziel seiner Träume. Die Hausherrinnen wehrten sich zwar weiter tapfer und wollten trotz der hochsommerlichen Temperaturen nicht aufstecken, allerdings fehlte es ihnen aber schlussendlich an der notwendigen Durchschlagskraft vor dem Bornheimer Tor. Auf der anderen Seite bot sich der SG zwar noch die ein oder andere Gelegenheit das Resultat weiter zu verbessern, doch auch hier wurden die Angriffe nicht mehr mit letzter Konsequenz zu Ende gespielt so dass es schließlich beim unter dem Strich verdienten 0:3-Erfolg der SG blieb. Während Bornheim somit am Ende jubeln durfte, bedeutet die Niederlage für Pfungstadt den Abstieg zurück in die Verbandsliga.

„Vor ein paar Wochen hätte niemand mehr ein Wette darauf abgeschlossen, das wir den Klassenerhalt schaffen“, war Trainer Sven Walzer überglücklich über den Erfolg seines Teams, „aber wir haben immer an uns und unsere Qualitäten geglaubt und heute noch einmal alles in die Waagschale geworfen. Der heutige Sieg und der Klassenerhalt waren der verdiente Lohn für die harte Arbeit der letzten Wochen“, so der Bornheimer Coach.

Auch Bornheims Sportlicher Leiter Christoph Schaaff war nach dem Saisonfinale mehr als erleichtert: „Das waren für alle Beteiligten schwere und nervenaufreibenden Wochen! Aber es gehört zu den herausragenden Qualitäten unseres Teams, dass es in einer solchen Situation wie heute mentale Stärke zeigt und seine Leistung auf den Punkt abrufen kann.“ Auch für den Gegner, vor allem aber für die verletzte Spielerin des TSV hatte Schaaff tröstende Worte: „Es ist immer bitter, wenn du am Ende derart knapp scheiterst, aber wir drücken Pfungstadt schon jetzt für die neue Saison die Daumen. Der verletzten Spielerin Jessica Ströbel wünschen wir eine schnelle und gute Genesung und hoffen dass sie ihrem Team bald wieder zur Verfügung stehen kann“, so Schaaff.

Indes große Freude herrschte auch bei  Bornheims „Zweiter“ nach dem Erfolg in Fauerbach. Zwar reichte es damit am Ende „nur“ für Platz 3 in der Gruppenliga, durch den Verzicht des Zweiten Phönix Düdelsheim, konnte man sich damit aber dennoch für die Spiele der Aufstiegsrelegation zur Verbandsliga qualifizieren. Dem Bornheimer Doppelschlag durch Lena Döll (22./38.) vor der Pause konnte Fauerbach nur noch den Anschlusstreffer von Verena Jäger (77.) entgegensetzen und musste die Punkte damit der SG überlassen.

„Nach einer  turbulenten Saison in der Gruppenliga ist das jetzt natürlich eine Art Bonbon für uns, das allerdings etwas überraschend gekommen ist. Wir wollen aber dennoch versuchen uns in der Relegation gut zu verkaufen. Sollte der Aufstieg nicht gelingen, ist das aber sicherlich kein Beinbruch für uns“, richtete  Abteilungsleiter Schaaff dann auch gleich den Blick auf die anstehenden Qualifikationsspiele.

Hier trifft Bornheim bereits am Mittwoch den 30.05.18 um 20:30 Uhr an der Berger Straße auf den Tabellenzweiten der Gruppenliga Darmstadt, die FSG Nauheim/Königstädten. Je nach Ausgang der Partie muss Bornheim dann im zweiten Match entweder am Samstag den 02.06.18 oder am Mittwoch den 06.06.18 auf den Tabellendritten der Gruppenliga Wiesbaden, den TuRa Niederhöchstadt. Nur der Sieger aus dieser Dreierrunde qualifiziert sich für den letzten freien Platz in der Verbandsliga Süd.

CS