Dienst nach Vorschrift

Mit einem 2:0 über den SV Zellhausen, konnte das Bornheimer Verbandsliga-Team seine Spitzenposition weiter festigen und bleibt auch nach wie vor verlustpunktfrei. Allerdings genügte diesmal eine über weite Strecken mehr als magere Vorstellung um die Siegesserie dennoch ausbauen zu können. Wieder einmal spektakulär verlief hingegen der Auftritt der Gruppenliga-Elf, die die eigenen Anhänger beim 4:4 gegen den SV Niederursel durch ein Wechselbad der Gefühle schickte.

Während man sich auf Bornheimer Seite nach frühen Treffern von Ana Löw Gil per Freistoß (04.) und Laura Arends (12.) schon auf einen ruhigen und entspannten Nachmittag eingestellt hatte, führte ein wie bereits in den vergangenen Wochen teilweise haarstäubendes Abwehrverhalten zu einer schnellen Wendung des Spielverlaufs. Innerhalb von 15 Minuten hatte der der Aufsteiger aus dem Frankfurter Nordwesten durch Treffer von Leonie Koch (21.), Maja Störmer (33.) und ein 30-Meter-Geschoss von Isabell Hammermeister (36.) die Partie gedreht und nahm diese Führung auch mit in die Halbzeitpause. War das Spiel in den ersten 30 Minuten nach Wiederanpfiff zunächst ohne weitere Höhepunkte verlaufen, so nahm es in der Schlussviertelstunde noch einmal richtig Fahrt auf. Wieder einmal war es Bornheims Torschützin vom Dienst Charlotte Bartl, die mit Saisontreffer Nr.16 zum 3:3 ausgleichen konnte. Bornheim drängte fortan vehement auf die Führung, wurde aber beim neuerlichen Führungstreffer der Gäste durch Maja Störmer (81.) eiskalt ausgekontert. Der großen Bornheimer Stärke, sich auch durch solche Nackenschläge nicht entmutigen zu lassen, war es am Ende zu verdanken, dass es trotz allem noch zu einer Punkteteilung reichen sollte. Mit ihrem Treffer zum 4:4 (87.) setzte schließlich Ana Löw Gil mit ihrem zweiten Treffer an diesem Nachmittag den Schlusspunkt in einer Aufsehen erregenden Partie.

„Das war heute nichts für schwache Nerven“ zeigte sich Trainerin Peggy Halusa aber dennoch nicht gänzlich unzufrieden mit dem Ausgang. „Das Remis geht in Ordnung und ist leistungsgerecht“ lautete ihr Fazit nach Spielende. „Allerdings müssen wir dringend an unserem Defensivverhalten arbeiten, wenn wir am kommenden Spieltag in Haitz etwas Zählbares mitnehmen wollen“ so Halusa weiter.

Eher Schonkost-Charakter hatte hingegen der Auftritt von Bornheims Erster. Gegen den Tabellenzehnten aus Zellahusen reichte an diesem Tag der sprichwörtliche „Dienst nach Vorschrift“ um zu einem ungefährdeten 2:0-Erfolg zu kommen. Wie schon in so vielen Spielen zuvor, hatte eine deutlich überlegene Bornheimer Elf Spiel und Gegner jederzeit im Griff und hatte bereits zur Pause durch Treffer von Canan Yikilmaz (21.) und Vera Klingebiel (31.) den nächsten Dreier eingefahren. Im zweiten Durchgang verflachte das Match mehr und mehr. Einer diesmal überdurchschnittlich hohen Fehlerquote im Bornheimer Spiel war es am Ende geschuldet, dass weitere Treffer ausblieben und auch ansonsten der Unterhaltungswert der Partie nicht über das Niveau des Wetterberichtes hinauskommen sollte.

„Was am Ende zählt, sind drei Punkte“ fasste Trainer Manfred Michel den durchwachsenen Auftritt seiner Truppe nüchtern zusammen und Abteilungsleiter Christoph Schaaff ergänzte: „Ich glaube es ist auf Grund der fast immer gleichen Spielverläufe momentan nicht so einfach, Konzentration und Spannung immer auf das höchste Niveau zu bringen. Kommende Woche gegen Limburg wird sich die Mannschaft aber sicher wieder steigern und sich von einer anderen Seite präsentieren“.

C.S.