Toreflut am Edersee

Mit dem ersten Dreier der noch jungen Saison im Gepäck durften unsere Fußballerinnen nach dem 3:4-Erfolg beim SV Anraff  die Heimreise antreten. Zuvor hatten die SG'lerinnen nach spektakulären und ereignisreichen 90 Minuten den Platz als glückliche, aber nicht unverdiente Siegerinnen verlassen. Völlig missraten geriet hingegen das Saisondebüt für das Gruppenliga-Team, das beim FFV Oberursel mit 0:5 böse unter die Räder geriet.

Bei leichtem Nieselregen und kühlen Temperaturen bot sich den knapp 100 Zuschauern im Waldecker Land eine Hessenligapartie, die sowohl Spielerinnen, als auch Zuschauer bald auf Betriebstemperatur brachte. Gerade 2 Minuten waren gespielt, als Bornheims Keeperin Elena Belkaid an ihrem 18.Geburtstag das erste Mal beherzt gegen Kathrin Höhle eingreifen und einen frühen Rückstand mit einer Glanzparade verhindern musste. Dafür sollte es nur Sekunden später auf de Gegenseite einschlagen, als Marlies Brönner nach schöner Vorarbeit von Sandra Ott die Bornheimer Führung zum 0:1 (04.) erzielen konnte. Viel Zeit zur Freude verblieb indes nicht, da Annemarie Alff bereits im Gegenzug zum 1:1 (05.) egalisierte.

Auch in der Folge verblieb keine Zeit zum Verschnaufen. Abermals war es Alff, die nach 17 Minuten die Heimelf sogar mit 2:1 (17.) in Front brachte. Zahlreiche kleine bis haarsträubende technische Fehler, sowie eine sich offensichtlich noch im Verbandsliga-Modus befindende Bornheimer Mannschaft, ließen den SV Anraff den Verlauf der ersten Halbzeit bestimmen und brachten den Anhang der Gäste um Trainer Manfred Michel nahezu zur Verzweiflung. Wie nahe Glück und Pech manchmal zusammenliegen, zeigte sich vor der Pause ein weiteres Mal. Einem Anraffer Pfostentreffer nach 26 Minuten, lies schließlich Vera Klingebiel nur 2 Minuten später das 2:2 und damit den aus Bornheimer Sicht etwas glücklichen Pausenstand folgen.

Offensichtlich hatte Trainer Michel in der Pause die richtigen Worte gefunden, denn in den zweiten 45 Minuten präsentierten sich unsere Aufsteigerinnen aus anderem Holz geschnitzt, mussten jedoch zunächst einen weiteren Nackenschlag verkraften. Vom Anstoß weg war Anraff's Kathrin Höhle zur Stelle und sorgte mit dem 3:2 (46.) für eine abermalige Führung des SVA. Als hätte es dieses weiteren Weckrufes bedurft, zeigte nun auch Bornheim endlich die notwendige Entschlossenheit in Spiel- und Zweikampfführung und fand fast folgerichtig immer besser in die Partie. Zwar blieben die Gastgeberinnen auch weiterhin stets gefährlich, doch warf die SG an diesem Nachmittag im Gegensatz zur Vorwoche auch ihre Offensivqualitäten in die Waagschale. Canan Yikilmaz mit einem sehenswerten Fallrückzieher (59.) nach einem Eckball von Ott und keine 5 Minuten später nach einem Alleingang (63.) drehte die Partie mit ihrem Doppelpack zum 3:4 und sicherte ihrem Team damit nach einem atemberaubenden Match den vielumjubelten Sieg.

Trainer Manfred Michel: Das war heute ein Match mit Höhen und Tiefen. Die erste Halbzeit war von unserer Seite katastrophal. Wir waren überhaupt nicht in den Zweikämpfen und haben kein Hessenligaformat gezeigt. In den zweiten 45 Minuten haben wir viele Dinge besser gemacht und waren in der Zweikampfführung deutlich konsequenter. Diese Qualitäten müssen wir künftig auch über 90 Minuten an den Tag legen.

Abteilungsleiter Christoph Schaaff: Wir haben in der ersten Hälfte wieder einmal versucht Kunstrasenfußball auf Naturrasen zu spielen. Das ist kräftig in die Hose gegangen und hat uns das Leben unnötig schwer gemacht. Zum Glück waren wir diesmal in der Offensive sehr effizient und haben die nötigen Tore erzielt. Aus den gemachten Fehlern müssen wir lernen, sonst wird uns das unnötig Punkte kosten.

Freudlos verlief dagegen der Nachmittag für Trainer Denis Schaffhauser bei seinem Debüt mit dem Gruppenliga-Team. Bei der 0:5-Pleite gegen den FFV Oberursel geriet sein Team bereits nach 4 Minuten durch Lara Kaiser mit 0:1 in Rückstand und hatte zuvor bereits nach nur 2 Minuten Stürmerin Jasmina Halilagic mit Verdacht auf Bänderriss verloren. Zwar konnte Bornheim diesen schweren Rückschlag zunächst noch einigermaßen kompensieren, musste sich dann aber in Halbzeit zwei der Oberurseler Überlegenheit endgültig beugen. Sabrina Berger (52.), Hannah Berk (55./88.) und Chantal Privat (76.) brachten das Übergewicht schließlich auch im Ergebnis zum Ausdruck.

"Wir haben zwar bis zum Schluss gekämpft, aber das 0:5 geht letzten Endes in Ordnung", fasste Trainer Denis Schaffhauser das Ergebnis nach Spielschluss nüchtern zusammen.

CS