Wille und Moral bleiben Bornheims Tugenden

Starke Leistung unserer Hessenliga-Elf! Als wäre es das Normalste auf der Welt, hat die SG Bornheim bereits zum zweiten Mal in der noch jungen Spielzeit ein Match gedreht und siegte nach 3:1-Rückstand am Ende mit 3:4 bei ihrem „Angstgegner“ SG Rückers. Abermals das Nachsehen hatte dahingegen das Gruppenliga-Team, das im innerstädtischen Derby beim SV Niederursel eine deutliche 0:5-Klatsche einstecken musste.

Dabei hatte die Partie in Rückers aus Bornheimer Sicht zunächst einen suboptimalen Verlauf genommen. Keine 20 Minuten waren gespielt, als der Hessenligaaufsteiger bereits einen 2:0-Rückstand hinterherlaufen musste. Tore aus dem Nichts, wie es in der Fußball-Sprache so gerne heißt. Christina Reichenauer hatte mit einem Doppelpack (05./16.) die bis dahin eigentlich gut aufspielende Gäste-Elf von Trainer Manfred Michel ordentlich düpiert und ließ die SG Rückers -nach 3 Spielen noch ohne Punkt am Tabellenende- von einem Ende der Krise träumen. Den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer durch einen Kopfballtreffer von Canan Yikilmaz (27.) beantwortete die heimische SG nur 7 Minuten später mit dem 3:1 (34.) durch Melanie Balzer. Sandra Ott konnte jedoch noch vor dem Seitenwechsel abermals verkürzen und markierte, begünstigt von einem Patzer von Torhüterin Kristina Stölzel, das 3:2 (40.). Gemessen an den Spielanteilen eine sicherlich etwas glückliche Führung der Gastgeberinnen, die sich in dieser Partie bislang lediglich in der Rubrik Chancenverwertung vor Bornheim platzieren konnten.

Das sich Bornheim auch durch einen Rückstand nicht verunsichern lässt, hatte schon die Partie in Anraff deutlich gemacht, wo man trotz eines zweimaligen Rückstandes den Platz am Ende als Sieger verlassen hatte. Auch diesmal zeigte sich die Michel-Truppe von ihrer mental starken Seite und hielt zudem auch kämpferisch weiterhin exzellent dagegen. So konnten die Gastgeberinnen in Halbzeit zwei nur einen einzigen ernst zu nehmenden Torschuss durch Melanie Balzer (52.) verbuchen, den Keeperin Kaya Rütters jedoch glänzend parieren konnte. Auf der Gegenseite war es Frankfurts Canan Yikilmaz, die mit ihren Saisontreffern 4 und 5 die Weichen auf Sieg stellte. Ihrem platzierten Flachschluss zum 3:3 (73.) ließ sie nur 10 Minuten später einen nicht weniger sehenswerten Treffer ins obere Dreieck zum 3:4 (83.) folgen und machte damit den 2.Auswärtssieg der Saison perfekt.

Trainer Manfred Michel: „Natürlich sehe ich nach wie vor noch viele Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Wir lassen uns immer noch zu leicht überrumpeln und müssen dann viel investieren, um zum Erfolg zu kommen. Damit machen wir uns das Leben unnötig schwer. Wichtig ist aber, dass wir abermals 3 wichtige Auswärtspunkte eingefahren haben und vor allem in Sachen Einsatz und Moral wieder voll da waren. Unser Sieg geht aus meiner Sicht absolut in Ordnung.“

Lange Gesichter hingegen bei den Spielerinnen des Gruppenliga-Teams um Denis Schaffhauser. Vor allem ein desolates Abwehrverhalten war am Ende dafür verantwortlich, dass man im zweiten Auswärtsspiel der Saison abermals 5 Einschläge im eigenen Kasten hinnehmen musste. Dass dabei 4 der 5 Treffer auf das Konto der ehemaligen Bornheimerinnen Charlotte Bartl und Anita Galovic gingen, war aus Gäste-Sicht besonders bitter. Den Treffern zum 1:0 (14.) und 3:0 (36.) durch Bartl, ließ Galovic noch vor der Pause das 4:0 (42.) folgen. Das zwischenzeitlich 2:0 hatte zudem überflüssigerweise aus einem Eigentor resultiert. Den Schlusspunkt setzte 5 Minuten vor Spielende abermals Bartl, die zum 5:0 (85.) abschloss.

„Die Lücken in unserer Abwehrkette waren heute einfach zu groß, was der Gegner eiskalt bestraft hat. Auch wenn 12 Gegentore nach 3 Spielen eine heftige Bilanz sind, dürfen wir jetzt die Köpfe nicht hängen lassen sondern müssen aus unseren Fehlern lernen und den Blick nach vorne richten. Dann werden wir auch punkten.“ wollte Trainer Schaffhauser nach dem Spiel keine allzu große Krisenstimmung aufkommen lassen.

Verärgert zeigte sich hingegen Abteilungsleiter Christoph Schaaff angesichts der Umstände des Vereinswechsel von Torjägerin Bartl: „Vereinswechsel sind im Fußball etwas vollkommen normales. Wenn dann allerdings in Folge eigener Versäumnisse in die große Trickkiste gegriffen wird um eine Sperre zu umgehen, ist das aus sportlicher Sicht schon mehr als fragwürdig.“

CS