Schwarzer Pokal-Abend für Bornheim

Trotz einer frühen 2:0-Führung gegen den Ligakonkurrenten SV Phönix Düdelsheim musste sich die SG Bornheim im Finale des Regionalpokals am Mittwoch Abend schlussendlich mit 3:4 n.V. geschlagen geben. Schwerer als die Niederlage wog  jedoch die schwerwiegende Verletzung von Torhüterin Kaya Rütters-Hönig, die sich nach 86 Minuten bei einer Abwehraktion einen Bruch des Unterarms zuzog und damit bis zum Jahresende ausfallen wird.

Gerade 15 Minuten waren gespielt, als Bornheim bereits durch Treffer von Khaoula El Bakali (05.) und Nicole „Jackson“ Gueye (15.) mit 2:0 in Front lag. Trotz weiterer guter Möglichkeiten verpasste es die SG jedoch einen dritten oder gar vierten Treffer nachzulegen und musste stattdessen kurz vor der Pause den 2:1-Anschlusstreffer durch einen Distanzschuss von Franziska Rüdiger (40.) hinnehmen. Dieser hatte sich allerdings quasi angekündigt, da Bornheim nach guten ersten 30 Minuten mehr und mehr den roten Faden verloren hatte.

Auch nach der Pause gelang es der Michel-Elf nicht, diesen wieder aufzunehmen sondern sah sich einer nun endgültig Morgenluft witternden Düdelsheimer Mannschaft gegenüber, die in der Folge allerdings in manchen Situationen mit einer teils grenzwertigen Zweikampfführung zu Werke ging. Leider vermochte es auch der teilweise überfordert wirkende Unparteiische Clotz aus Büdingen nicht, hier entsprechend durchzugreifen. Eine sich in den immer häufiger werdenden Zweikämpfen aufreibende SG, musste schließlich auch das 2:2 (73.) durch Aileen Mücke hinnehmen, konterte diesen aber im Gegenzug mit dem 3:2 (74.) durch Asrun Sigurdardottir. Tragischer Höhepunkt dann in der 86.Minute, als sich Torhüterin Kaya Rütters-Hönig bei einer Abwehraktion einen Bruch des rechten Unterarms zuzog und in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Für sie rückte Elena Belkaid in den Kasten. Trotz dieses Schocks kämpfte Bornheim weiter und wähnte sich bereits fast am Ziel, als der Referee in der  4.Minute der Nachspielzeit nach einem Zweikampf im Strafraum auf Elfmeter für Düdelsheim entschied. Den Strafstoß verwandelte Valerie Hein zum 3:3 und rettete ihr Team damit in die Verlängerung.

Hier war es abermals Schiedsrichter Clotz, der entscheidend in das Spielgeschehen eingriff. Nach einer mehr als umstrittenen Freistoßentscheidung verwies er die bereits verwarnte Nicole „Jackson“ Gueye wegen Reklamierens mit Gelb-Rot des Feldes (100.) und bescherte Düdelsheim damit die Fortsetzung der Partie in Überzahl. Doch damit noch nicht genug des Ungemachs: Nach einer scharfen Hereingabe des SV Phönix von der linken Seite, war es Bornheims Miljana Stepanovic die den Ball unglücklich zum 3:4 (105.) in das eigene Tor lenkte. Canan Yikilmaz, die kurz darauf aus kürzester Distanz das leere Tor nicht traf und Sigurdardottir deren Torschuss von Torhüterin Koch mit einer Weltklasseparade aus dem Torwinkel gefischt wurde, hatten jeweils noch den abermaligen Ausgleich auf dem Fuß, blieben mit ihren Versuchen aber glücklos. So war es am Ende schließlich Düdelsheim, das sich nach einem wahren Pokal-Krimi den Titel des Regionalpokalsiegers sichern durfte.

Dementsprechend bedient war nach dem Schlusspfiff Abteilungsleiter Christoph Schaaff: „Fußball ist schon manchmal brutal. Am letzten Samstag hatten wir das Glück auf unserer Seite, heute ist nahezu alles gegen uns gelaufen. Dazu muss ich diesmal auch die Schiedsrichterleistung zählen. Fairerweise  müssen wir aber die Schuld für diese Niederlage vor allem bei uns selbst suchen. Wir hätten das Spiel bereist in der ersten Halbzeit entscheiden können, haben das aber versäumt. Danach haben wir uns von der Spielweise und der Gangart des Gegners zu sehr beeindrucken und uns zermürben lassen. Das darf nicht passieren. Wir haben 120 Minuten investieren müssen und stehen am Ende trotz einer 2:0-Führung mit leeren Händen und einer schwer verletzten Torhüterin da. Dieser Pokal-Abend tut in jeder Hinsicht weh.“