Bornheim hat den längeren Atem

Nur eine Woche nach der 0:6-Schlappe beim FC Mittelbuchen zeigte sich das Bornheimer Hessenliga-Team bestens erholt und konnte mit dem 3:2 gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn RSV Roßdorf drei weitere wichtige Zähler auf der Habenseite verbuchen. Eine mehr als unglückliche 1:2-Heimniederlage musste hingegen das Gruppenliga-Team gegen die SpVgg. Bad Nauheim hinnehmen und verpasste es damit, einen weiteren Schritt aus den unteren Tabellenregionen zu machen.

In einer temporeichen und guten Hessenligapartie konnte Bornheim bereits früh durch den 9.Saisontreffer von Canan Yikilmaz mit 1:0 (18.) in Führung gehen. Auch wenn sich die SG leichte Feldvorteile erspielen konnte, blieb Roßdorf mit seinem schnellen Umschaltspiel stets brandgefährlich. Die größte Ausgleichschance bot sich Lara Schürmann, die mit ihrem Schuss (20.) das Tor jedoch knapp verfehlte. Auf der Gegenseite hatte Nicole "Gueye" Jackson die Möglichkeit auf 2:0 zu erhöhen, doch auch ihr Abschluss (27.) verfehlte das generische Tor nur um Haaresbreite.

Wie schon in der Vorwoche, erwischte auch diesmal der Gegner den besseren Auftakt zu Halbzeit zwei. Bornheim, gedanklich sich wohl noch beim sprichwörtlichen Pausentee befindend, konnte Roßdorfs Alina Loth nicht am Abschluss hindern, die mit ihrem platzierten Distanzschuss unter die Querlatte zum 1:1 (47.) ausgleichen konnte. Gut eine Stunde war gespielt, als Schiedsrichterin Tanja Hartmann nach einem eigentlich überflüssigen Foul an der Strafraumgrenze auf Freistoß für die Gäste entschied. Die wegen ihrer Freistöße gefürchtete Jasmin Jannermann ließ sich dann auch nicht zweimal bitten und zirkelte den Ball zum 1:2 (63.) exakt in den Bornheimer Torwinkel. Während sich der ein oder andere Bornheimer Fan nun ernsthaft Sorgen um das eigene Team zu machen begann, offenbarte die SG einmal mehr Stehvermögen und drehte –wie schon des Öfteren in dieser Saison- die Partie. Keine 10 Minuten auf dem Platz, war es die eingewechselte Sonnur Kiricioglu, die nach einem zu kurz abgewehrten Eckball den 2:2-Ausgleichstreffer (76.) markieren konnte und nur 3 Minuten später war Asrun Sigurdardottir sogar mit dem 3:2 (79.) zur Stelle. Von Jenny Zitnik mustergültig bedient, überwand sie Elisa Rhein im Roßdorfer Tor mit einem präzisen Schuss in die lange Ecke und brachte damit den Bornheimer Sieg endgültig unter Dach und Fach.

Trainer Manfred Michel: "Wir wussten um die Spielweise des Gegners und haben die schnellen Konter gut verteidigt. Zudem waren wir heute im Abschluss wieder sehr effektiv und haben nur wenige Chancen benötigt. Das waren aus meiner Sicht die Schlüssel für den Erfolg. Die Mannschaft hat damit die richtige Reaktion auf die Pleite der letzten Woche gezeigt."

Abteilungsleiter Christoph Schaaff: "Mit den 2 schweren Auswärtsspielen in Marburg und Wetzlar vor der Brust, war es extrem wichtig gegen Roßdorf dreifach zu punkten. Auch wenn es in der Summe ein sehr enges Match war, geht der Sieg für uns in Ordnung. Wir haben jetzt bereits zum dritten Mal in dieser Saison ein Match gedreht. Das ist eine herausragende Qualität unserer Mannschaft."

Weitaus weniger vom Glück verfolgt, erscheint indessen das Bornheimer Gruppenliga-Team. Nach der knappen 2:3-Niederlage im Nachholspiel gegen den FFC Frankfurt IV am vergangenen Mittwoch, musste man sich auch der SpVgg Bad Nauheim ausgesprochen unglücklich mit 1:2 geschlagen geben. War die knappe 0:1-Pausenführung der Gäste durch den Treffer von Senta Pleier (27.) noch einigermaßen verdient, erspielte sich Bornheim in der zweiten Halbzeit mehr und mehr Feldvorteile und kam folgerichtig durch Laura Arends zum 1:1-Ausgleich (64.). Zwar erspielte sich die SG auch im weiteren Verlauf die ein oder andere Torgelegenheit, konnte jedoch keinen weiteren Treffer erzielen. Auf der anderen Seite genügte Bad Nauheim ein einziger Ausflug vor das Bornheimer Tor, um daraus den entscheidenden Treffer durch Mira Feuerbach (70.) resultieren zu lassen.

Abteilungsleiter Christoph Schaaff: "Wir haben innerhalb von 4 Tagen zweimal gegen eines der Spitzenteams mithalten können, sind aber leider nicht dafür belohnt worden. Das tut natürlich weh. Dass wir mit unseren Leistungen gezeigt haben, dass wir deutlich besser sind als unser Tabellenstand, ist da natürlich nur ein schwacher Trost. Es sollte uns aber zumindest Mut für die kommenden Spiele machen."

CS