Späte Gegentore kosten Punkte

Jeweils späte Gegentore kosteten die beiden Bornheimer Frauenteams am vergangenen Spieltag wichtige Punkte. Während sich das Hessenliga-Team bei BG Marburg nach einer 1:0-Führung durch den Ausgleich 2 Minuten vor Spielende mit einem Remis begnügen musste, blieb das Gruppenliga-Team im Abstiegsduell bei der FSG Usinger Land nach einem Gegentreffer in der Schlussminute sogar gänzlich ohne Punkt und unterlag mit 2:3.

Beim Mitaufsteiger und Überraschungszweiten Marburg waren es die Bornheimer Gäste, die nahezu über die komplette Spielzeit das Geschehen bestimmten. Vom Anpfiff weg übernahm Bornheim die Initiative und drängte entschlossen in Richtung Marburger Tor. Jenny Zitnik (03.) und Canan Yikilmaz (23.) verfehlten mit ihren Schüssen das Ziel jeweils nur knapp, ein Kopfball der Ex-Marburgerin Marlies Brönner (19.) konnte von einer Verteidigerin gerade noch von der Linie geschlagen werden. Auf der Gegenseite verlebte Torhüterin Elena Belkaid einen ruhigen Nachmittag, ohne auch nur einmal ernsthaft eingreifen zu müssen. Das einzige Manko blieb aus Sicht der Gäste somit die mangelhafte Chancenverwertung.

Auch zu Beginn von Halbzeit 2 war es abermals Bornheim, das für das erste Highlight sorgte. Nach einem Eckball war Verteidigerin Christina Depta per Kopf zur Stelle, traf jedoch nur die Querlatte des Marburger Tores. Auch im weiteren Verlauf dominierte Bornheim das Spiel und ließ den Mitaufsteiger aus der Universitätsstadt kaum Raum zur Entfaltung kommen. Trotzdem blieben weitere Großchancen Mangelware. 68 Minuten waren gespielt, als Bornheim durch Elin Lundin endlich den mehr als verdienten Führungstreffer erzielen konnte. Nach einem präzisen Pass in die Tiefe ließ Lundin der Marburger Torhüterin Jansen im 1:1-Duell keine Chance und schob den Ball überlegt in die lange Ecke. Die drohende Niederlage vor Augen, verstärkte Blau-Gelb nun seine Offensivbemühungen und eröffnete Bornheim dadurch den Raum für Kontergelegenheiten. Vermutlich hätte die SG den Platz auch als Sieger verlassen, doch sollte schließlich Schiedsrichter Ismail Üstboga entscheidenden Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen. Einen Schuss von Canan Yikilmaz (78.) konnte Torhüterin Jansen erst  hinter der Torlinie wegschlagen, jedoch wollte einzig der Referee dies anders gesehen haben und ließ die Partie weiterlaufen. Bezeichnend, dass selbst der Gegner nach Spielschluss diese Fehlentscheidung des Unparteiischen einräumte. Nachdem in der 84.Minute Lundin einen weiteren vielversprechenden Konter nicht zum 2:0 im Tor unterbringen konnte, kam es schließlich wie es kommen musste. In der 88.Minute war Katharina Dunst nach einer Ecke per Kopf zur Stelle und bescherte ihrem Team mit dem 1:1-Ausgleichstreffer den glücklichen Punktgewinn. Fast hätte Marburgs Goalgetterin Theras Goy in der Schlussminute sogar noch das 2:1 für Marburg erzielt, doch konnte Marlies Brönner im letzten Moment klären.

Trainer Manfred Michel: „Wir haben heute eine ausgezeichnete Leistung abgeliefert, haben es aber versäumt, uns auch dafür zu belohnen. Leider hat der Schiedsrichter einen regulären  Treffer von uns aberkannt, sonst wären wir heute als Sieger vom Platz gegangen. Aber wir hatten auch so Chancen genug, um einen zweiten Treffer zu machen.“

Abteilungsleiter Christoph Schaaff: „Diesmal waren weder das Glück noch der Schiedsrichter auf unserer Seite. Eine 2:0-Führung hätten wir sicher nicht mehr aus der Hand gegeben. Deswegen fühlt sich das Remis ein bisschen wie eine Niederlage an. Entscheidend ist aber, dass wir im Duell gegen den Tabellenzweiten das eindeutig bessere Team waren. Das müssen wir neben dem gewonnenen Punkt als positives Fazit aus diesem Match mit in die beiden letzten Pflichtspiele des Jahres nehmen.“

Deutlich größer war indessen die Enttäuschung beim Bornheimer Gruppenliga-Team. Im Kellerduell bei der FSG Usinger Land hatte man zur Pause nach Gegentreffern von Lorena Klotz (22.) und Alena Gontscharik (45.) bereits mit 0:2 in Rückstand gelegen. Dank einer klaren Leistungssteigerung in Halbzeit zwei kam Bornheim durch Leona Panosch (68.) und Sabine Beck (73.) aber zum Ausgleich und schien zumindest einen Zähler mitnehmen zu können. Der 2.Treffer von Gontscharik zum 3:2 (90.) unmittelbar vor dem Schlusspfiff entriss der SG aber letzten Endes auch noch diesen einen Punkt und sorgte für lange Mienen im Bornheimer Lager.

Trainer Denis Schaffhauser: „Auf Grund der zweiten Halbzeit hätten wir uns den Punkt sicherlich verdient gehabt, der zudem in diesem 6-Punkte-Match viel wert gewesen wäre. Leider stehen wir jetzt aber wieder mit leeren Händen da. Das ist natürlich bitter, darf uns aber nicht aus der Bahn werfen.“

CS