Pyrrhussieg für Bornheim II

6-Punkte-Wochenende für den Bornheimer Frauenfußball: Nachdem das Hessenliga-Team auch im dritten Spiel der Rückrunde als Sieger vom Platz ging und einen am Ende ungefährdeten 4:1-Erfolg gegen die SG Rückers einfuhr, durfte auch die Gruppenliga-Elf nach dem 2:1 über den Stadtrivalen SV Niederursel 3 wichtige Punkte auf der Haben-Seite verbuchen. Allerdings dürfte dieser Erfolg wohl ein teuer erkaufter Pyrrhussieg sein, da Bornheims Siegtorschützin Jasmina Halilagic kurz vor Spielschluss mit Verdacht auf eine Bänderverletzung ausgetauscht werden musste und ihrem Team im Abstiegskampf in den kommenden Wochen voraussichtlich fehlen wird.

Gegen den Tabellenvorletzten aus dem osthessischen Rückers gelang Bornheim zunächst ein Blitzstart, als Marisa Stanic ihr Team mit einem fulminanten 30-Meter-Hammer in den Torwinkel bereits nach 4 Minuten mit 1:0 in Front brachte. Wer nun aber geglaubt hatte, dies sei der Auftakt für einen munteren Torreigen, wurde schnell eines besseren belehrt. Rückers hielt gewohnt kämpferisch dagegen und kam kurz darauf durch einen Treffer von Larissa Schnabel (19.) zum 1:1-Ausgleich. Fast wären die Gäste sogar in Führung gegangen, jedoch vergab Katharina Weyrich nur 4 Minuten später freistehend und aus aussichtsreicher Position die Chance zur Führung. Stattdessen war es auf der Gegenseite Jenny Zitnik, die Bornheim ihrerseits mit dem 2:1 (30.) die Pausenführung herausschoss. Hatte man auf Grund der tabellarischen Situation bislang vielleicht einen klareren Leistungsunterschied erwartet, so verliefen die ersten 45 Minuten eher ausgeglichen und ließen einen solchen nur selten erkennen.

Auch im zweiten Spielabschnitt änderte sich zunächst wenig an diesem Bild. Bornheim versuchte sich weiter an einer spielerischen Lösung, während Rückers sein kämpferisches Potential in die Waagschale warf. Als Caroline Girard im Anschluss an eine Ecke schließlich  per Kopf zum 3:1 (60.) zur Stelle war, sollte dies vorentscheidenden Charakter haben. Der Widerstand der Gäste ließ nun mehr und mehr nach und so war es am Ende Asrun Sigurdardottir überlassen, mit dem 4:1 (77.) die endgültige Entscheidung herbeizuführen.

Trainer Manfred Michel: "Im Gegensatz zu den beiden ersten Rückrundenspielen war das heute sicherlich eine allenfalls durchschnittliche Leistung. Das Ergebnis ist auf jeden Fall eindeutiger als der Spielverlauf. Gegen Phönix Düdelsheim werden wir uns sicherlich wieder deutlich steigern müssen, wenn wir auch da etwas mitnehmen wollen."

Abteilungsleiter Christoph Schaaff: "In der Vergangenheit haben wir uns gegen einen solchen Gegner immer schwer getan und nicht selten auch verloren, weil wir den Kampf nicht angenommen und uns nur auf unser spielerisches Potential verlassen haben. Hier hat sich die Mannschaft deutlich weiterentwickelt und deshalb nicht zuletzt heute sondern auch schon im Hinspiel dreifach gepunktet."

Trotz eines zwischenzeitlichen 0:1-Rückstandes durch einen Treffer der Ex-Bornheimerin Anita Galovic (30.) kam der Tabellenvorletzte Bornheim im innerstädtischen Derby gegen den SV Niederursel zu einem 2:1-Erfolg und tauschte damit mit dem unmittelbaren Tabellennachbarn die Plätze. Schon in Halbzeit eins präsentierte sich Bornheim trotz des Drucks des "Gewinnen müssens" in guter mentaler Verfassung, geriet aber dennoch durch den ersten und einzigen Niederurseler Torschuss der ersten Halbzeit in Rückstand. Die beste Torchance der Gastgeberinnen (36.) vergab Maja Stepanovic kurz nach der Gästeführung.

Ein Doppelschlag durch Sabrina Krämer (60.) und Jasmina Halilagic (65.) drehte im Verlauf der zweiten Halbzeit aber schlussendlich doch noch das Match, das Lisa Tendler nach 86 Minuten sogar endgültig zu Gunsten der SG hätte entscheiden können. So musste schließlich Torhüterin Alex Galle auf Bornheimer Seite in der Nachspielzeit noch einmal mit einer Glanzparade eingreifen und hielt damit den überaus wichtigen Dreier fest.

Trainer Erdinc Özkuscu: "Mein Team hat heute große Moral bewiesen und sich auch durch den Rückstand nicht verunsichern lassen. Gegen einen Gegner, der sicherlich deutlich besser ist als es der Tabellenplatz aussagt, haben wir uns ins Match zurückgekämpft und waren am Ende auf Grund der Anzahl und der Qualität der Torchancen der verdiente Sieger."

 CS