Bereit zum Titelfight

Mit einem 3:1-Erfolg über den Lokalrivalen Eintracht Frankfurt haben Bornheims Hessenligafußballerinnen einmal mehr ihren Anspruch untermauert, im Kampf um den Meistertitel ein entscheidendes Wörtchen mitreden zu wollen. Durch diesen Erfolg geht die SG somit gut gerüstet als Tabellenführer in das am kommenden Wochenende anstehende Gipfeltreffen mit dem Tabellenzweiten SV Gläserzell. Weiter im Aufwind befindet sich unterdessen auch das Gruppenligateam, das den Tabellennachbarn Wiking Offenbach mit 4:1 bezwingen konnte und damit in der Tabelle an den Wikingerinnen vorbeizog.

Vor einer derbyangemessenen Zuschauerkulisse von 120 Zuschauern war Bornheim gegen den Nachbarn vom Riederwald im ersten Spielabschnitt das klar tonangebende Team. Nachdem Canan Yikilmaz sowie Vera Klingebiel mit ihren Abschlüssen das Eintracht-Tor zunächst noch verfehlt hatten, war es schließlich Ex-Eintrachtlerin Nicole "Jackson" Gueye, die mit ihrem Treffer zum 1:0 (21.) ihre Mannschaft in Führung brachte. Gut 10 Minuten später hätte Jenny Zitnik sogar auf 2:0 erhöhen können, scheiterte jedoch am Pfosten des Eintracht-Tores. Auf der Gegenseite verlebte Torhüterin Sonnur Kiricioglu bis dahin einen ruhigen Nachmittag, so dass Bornheim die knappe, aber durchaus verdiente Führung mit in die Halbzeitpause nahm.

Noch keine 3 Minuten waren nach Wiederanpfiff gespielt, als ein 30-Meter-Freistoß von Sonja Ballmert den Gästen den überaus glücklichen Ausgleich zum 1:1 (47.) bescherte. Den eigentlich harmlosen Schuss ließ Torhüterin Kiricioglu durch die sprichwörtlichen Hosenträger rutschen und stellte den bisherigen Spielverlauf damit ein wenig auf den Kopf. Wie schon so oft in dieser Saison zeigte sich Bornheim jedoch von einem solchen Rückschlag unbeeindruckt und schlug postwendend zurück. Nach einem Eckball von Gueye war Verteidigerin Christina Depta per Kopf zur Stelle und markierte mit dem 2:1 (55.) die neuerliche Führung für sie SG. Allerdings brachte auch dieser Treffer nicht die in der ersten Halbzeit gezeigte Souveränität zurück in das Bornheimer Spiel. Mit zunehmender Spielzeit übernahm nun die Eintracht die Kontrolle über das Spiel und verlagerte das Geschehen vermehrt in die Bornheimer Hälfte. Zwar resultierte daraus die ein oder andere Torgelegenheit für die Gäste, jedoch musste Torhüterin Kiricioglu nur einmal beherzt zufassen (77.) um einen weiteren Eintracht-Treffer zu verhindern. Ein Treffer von Marisa Stanic zum 3:1 (90+4) in der Nachspielzeit brachte schließlich kurz vor Spielende die endgültige Entscheidung zu Gunsten der Bornheimerinnen, die mit diesem Erfolg am bisherigen Spitzenreiter Gläserzell vorbeizogen und damit aus der Pole-Position in das Topspiel am kommenden Spieltag gehen.

Trainer Manfred Michel: "Unser Erfolg geht sicher in Ordnung, auch wenn wir uns in der zweiten Halbzeit das Leben selbst unnötig schwer gemacht haben. Wir haben es nicht verstanden trotz der Führung die notwendige Ruhe in unser Spiel zu bringen und Ball und Gegner so wie in den ersten 45 Minuten zu kontrollieren und das Spiel zu bestimmen. Das müssen wir nächsten Samstag besser lösen"

Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt gelang der Mannschaft von Trainer Erdinc Özkuscu, die damit den dritten Sieg in Folge einfahren konnte. Beim 4:1-Erfolg gegen die SG Wiking Offenbach ging Bornheim durch einen Treffer von Laura Predoi (12.) und einen von Sonja May verwandelten Foulelfmeter (21.) zunächst mit 2:0 in Führung und konnte diesen Vorsprung auch verdientermaßen mit in die Halbzeitpause nehmen. Nach dem 2:1-Anschlusstreffer von Viktoria Brehm (53.) entwickelte sich in der zweiten Halbzeit ein Spiel auf Augenhöhe das lange Zeit offen blieb. Erst in den Schlussminuten sorgte ein Doppelschlag von Mirwat El Sahhar (87.) und Laura Predoi (88.) binnen 2 Minuten für einen schlussendlich klaren Erfolg.

Trainer Erdinc Özkuscu: "Trotz der 2:0-Führung war ich mit unserem Spiel in der ersten Halbzeit überhaupt nicht zufrieden. Der Anschlusstreffer zum 2:1 hat meine Warnungen in der Halbzeitpause dann ja auch bestätigt. Was am Ende zählt, ist der Sieg und dass wir unsere Serie weiter ausgebaut haben. Jetzt wollen wir am Samstag gegen die TSG 51 den nächsten Dreier."

Abteilungsleiter Christoph Schaaff: "Das war für uns in jeder Hinsicht ein sehr erfreulicher Spieltag, an den wir auch am kommenden Wochenende anknüpfen wollen. Überragend war vor allem, wie sich an diesem Spieltag unsere beiden Teams gegenseitig unterstützt und Zusammenhalt demonstriert haben! Mit dieser Einstellung kann man Großes erreichen!"

CS