Nicht nur der Himmel weinte Tränen

Abschiedsstimmung in Bornheim am letzten Spieltag und nicht nur der wolkenverhangene Himmel sollte aus diesem Anlass Tränen weinen. Auch bei Canan Yikilmaz, die an diesem Nachmittag ihr vorerst letztes Spiel bestritt, flossen reichlich Tränen. Nach 7 erfolgreichen Jahren im Bornheimer Trikot wird sie nun vorläufig eine Fußballpause einlegen. Ebenfalls verabschiedet wurde Sarah Störk, die ihre fußballerische Laufbahn beendet. Ein reguläres Spiel fand indes an diesem Tag nicht statt, da die Partie gegen BG Marburg in der 65.Minute beim Stande von 2:1 wegen eines Gewitters abgebrochen werden musste.

Zuvor hatte die erste Halbzeit des Saisonfinales sicher eher den Witterungsbedingungen angepasst und den trotz Dauerregen zahlreichen erschienenen Zuschauern nur wenig Ansehnliches geboten. Nachdem Marburg nach 22 Minuten in Person von Stefanie Peil das Bornheimer Tor nur knapp verfehlt hatte, war es die scheidende Canan Yikilmaz die in ihrem Abschiedsspiel mit dem Treffer zum 1:0 (41.) kurz vor dem Halbzeitpfiff ihre Mannschaft in Führung schoss.

Keine 2 Minuten waren im zweiten Abschnitt gespielt, als das nun einsetzende Gewitter die Unparteiische Anne Uersfeld (Mainz) zu einer ersten Unterbrechung der Partie zwang. Zwar zeigte sich der Wettergott auch nach der 30-minütigen Unterbrechung nicht wirklich gnädiger, dennoch wurde das Spiel im Anschluss aber fortgesetzt. Fast schien es so, als hätten die 22 Spielerinnen auf dem Platz bereits geahnt, dass dieses Match ihnen keine 90 Minuten Zeit schenken würde, nahm das Spiel nun noch einmal so richtig Fahrt auf. Zunächst machte sich Bornheims Elin Lundin nach einer Steilvorlage auf und davon und erzielte nach ihrem Sololauf das 2:0 (51.) für die Gastgeberinnen. Aber auch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nur 2 Minuten später war es Stefanie Peil, die nach einen Eckball per Kopf zur Stelle war und den Anschlusstreffer zum 2:1 (53.) markierte. Als schließlich abermals Blitz und Donner über der Bornheimer Sportanlage aufzogen, blieb Schiedsrichterin Uersfeld keine andere Wahl, als das Saisonfinale unvollendet zu lassen.

Da die Sportgerichtsbarkeit laut Aussage der Klassenleiterin leider keine andere Möglichkeit als eine Neuansetzung zulässt, haben sich die Sportfreunde aus Marburg nun bereit erklärt, zu einem Wiederholungsspiel nicht anzutreten und die Partie damit auf Grund des Zwischenstandes von 2:1 für Bornheim, für sich als verloren werten zu lassen. Dies erspart allen Beteiligten die Strapazen eines weiteren, zudem für den Saisonausgang völlig bedeutungsloses Spiels, und entlässt beide Teams damit in die wohlverdiente Sommerpause. Ein großes Dankeschön für diese faire Geste unserer Sportfreunde aus Marburg! Bedauerlich, dass die sportliche Judikative hier offensichtlich nicht in der Lage war, eine Entscheidung im Sinne der Vernunft zu treffen und eine andere Lösung, etwa eine Wertung als Remis, zuzulassen.

Trainer Manfred Michel: "Mit Platz 5 können wir als Aufsteiger am Ende sehr zufrieden sein, auch wenn wir zwischenzeitlich sogar kurzfristig an einem Regionalliga-Aufstieg gekratzt haben. Damit haben wir das uns selbst gesteckte Ziel mehr als erreicht und können mit einem positiven Gefühl in die Sommerpause gehen."

Abteilungsleiter Christoph Schaaff: "Das Wetter hat zwar ein wenig zur Abschiedsstimmung gepasst, allerdings hätte ich mir für das letzte Match von Canan etwas anderes gewünscht. Sie war in den vergangenen Jahren ein wichtiger Bestandteil unseres Erfolgs und wird uns in der Zukunft sicherlich menschlich wie sportlich fehlen."

Mehr meteorologisches Glück hatte hingegen das Gruppenliga-Team, das zum Saisonabschluss zu einem ungefährdeten 4:0-Erfolg gegen die FSG Usinger Land kam. Nachdem Sabrina Krämer in der 18.Minute nur die Querlatte des Gäste-Tores getroffen hatte, markierte Spielführerin Sonja May in der 33.Minute das 1:0 für Bornheim, mit dem sich beide Teams auch in die Pause verabschiedeten.

Nach dem Seitenwechsel sorgte ein lupenreiner Hattrick (61./72./83.) von Youngster Laura Predoi für einen aus Bornheimer Sicht überaus erfreulichen Saisonabschluss und Platz 5 in der Endabrechnung der Saison. Zudem gab Trainer Erdinc Özkuscu unmittelbar nach Spielschluss bekannt, dass er die Mannschaft auch in der kommenden Spielzeit als Trainer begleiten wird und sorgte damit zusätzliche für gute Laune.

Abteilungsleiter Christoph Schaaff: "Wir alle sind sehr froh, dass wir nach der katastrophalen Vorrunde noch so gut die Kurve bekommen haben. Unter Erdinc hat die Mannschaft das vorhandene Potential schließlich zum Tragen gebracht und gezeigt was möglich ist. Wer weiß wo wir gelandet wären, wenn uns das auch schon in der Vorrunde gelungen wäre."

CS