Bornheim ohne Biss

Auch gegen den zweiten Hessenligaufsteiger blieb die SG Bornheim sieglos und unterlag vor eigenem Publikum dem TuS Großenenglis mit 1:2. Dabei ließ das Team von Trainer Manfred Michel über weite Strecken die grundlegenden Tugenden des Fußballs vermissen und kassierte am Ende eine nicht unverdiente Niederlage. Weiter ungeschlagen bleibt unterdessen Bornheims „Zweite“ und entschied in einer torreichen Partie das innerstädtische Prestigeduell mit dem SV Niederursel mit 6:3 zu ihren Gunsten.

Für Bornheims „Erste“ hatte das Match eigentlich optimal begonnen, nachdem Vera Klingebiel bereits früh mit einem –allerdings nicht unhaltbaren- Fernschuss das 1:0 (4.) erzielt hatte. Wer gedacht hatte, das Spiel würde nun den gewünschten Verlauf nehmen, sah sich schnell eines  Besseren belehrt. Ein engagiert und mutig aufspielender Aufsteiger machte den Hausherrinnen das Leben mehr als schwer und sorgte mit seiner aggressiven und auf schnelles Umschalten ausgerichteten Spielweise dafür, dass die SG nicht wie gewohnt in Schwung kam. So war es schließlich auch nicht verwunderlich, dass die Gäste bereits nach 18 Minuten durch Nadine Raue zum Ausgleich kamen und dabei die Bornheimer Hintermannschaft das erste Mal düpierten. Jenny Zitnik hatte nach einer halben Stunde die Gelegenheit ihr Team abermals in Führung zu bringen, konnte jedoch Lisa Kaiser im Tor des TuS nicht überwinden.  Zwar hatten die Gäste aus dem Nordhessischen in Halbzeit eins keine weiteren nennenswerten Torchancen zu verzeichnen, in Anbetracht der fehlenden Durchschlagskraft im Bornheimer Offensivspiel erschien das Remis zur Pause aber dennoch als angemessen.

Nach dem Seitenwechsel brachte Trainer Michel mit der wiedergenesenen Steffi Löhr und Laura Predoi zwei frische Kräfte, in der Hoffnung das Angriffsspiel endlich zu beleben, jedoch erwies sich diese Maßnahme als wenig wirkungsvoll. Auch weiterhin war der Gast das bissigere und laufbereitere Team und stellte Bornheim immer wieder vor Probleme. Dennoch bedurfte es am Ende eines „Geschenks“ um dem Aufsteiger den Siegtreffer zu ermöglichen. Ein auf Höhe der Eckfahne eigentlich schon sicher geklärter Ball wurde urplötzlich zur abermaligen Beute der Gäste und den im Anschluss scharf vor das Tor gespielten Ball konnte Jana Schwaab zum 1:2 (70.) verwerten. Die drohende Niederlage vor Augen, hatte Bornheim in den letzten 15 Minuten seine stärkste Phase, konnte aber das Unheil schließlich nicht mehr abwenden. Zwei weitere Möglichkeiten durch Steffi Löhr, die mit einem Freistoß (82.) nur das Aluminium traf, sowie durch Caro Girard, die kurz vor Spielende (87.) völlig freistehend den Ball in die Arme der Torhüterin schoss, sollten ungenutzt bleiben und verhinderten eine mögliche Punkteteilung.

Dementsprechend unzufrieden war dann am Ende auch Trainer Michel mit dem Schlussresultat: „Das war heute eine leider völlig unnötige Niederlage. Natürlich hat Großenenglis  ein hervorragendes Spiel abgeliefert, aber wir haben einfach nicht zu unserer Normalform gefunden. Letzten Endes hat der Gegner gewonnen, weil er zielstrebiger und bissiger gewesen ist. Das ein individueller Fehler zum Siegtreffer geführt hat, passt dabei ins Bild.“

Einen schon alleine auf Grund der Torflut durchaus hohen Unterhaltungswert, hatte das vorangegangene Gruppenligaspiel zwischen der SG Bornheim und dem SV Niederursel. Insgesamt 9 Treffer, davon einer sehenswerter als der andere sorgten für einen abwechslungsreichen Nachmittag. Allerdings dauerte es mehr als 20 Minuten, bis es das erste Mal in einem der beiden Tore klingelte. Nachdem Vivienne Thiel den SVN zunächst mit 1:0 (24.) in Front geschossen hatte, besorgte Selina Krüger quasi vom Anstoß weg das 1:1 (25.). Ein weiterer Doppelschlag von Maja Störmer (29.) auf Niederurseler Seite und abermals Krüger (30.) für die SG, stellte das Ergebnis auf 2:2, bevor Madeleine Assogba mit ihrem Treffer zum 3:2 (42.) die Pausenführung für Bornheim besorgte.

Weitere Treffer von Sonja May (65.), Krüger (71.) mit ihrem dritten Treffer und Darina Prissjasnik (90.) sorgten am Ende einer turbulenten Partie für einen eindrucksvollen wie verdienten Bornheimer 6:3-Erfolg. Zwischenzeitlich hatte Störmer (72.) für die Gäste noch einmal verkürzen können.

Große Zufriedenheit herrschte dann verständlicherweise nach dem Schlusspfiff bei der Mannschaft und ihrem Trainer Erdinc Özkuscu: „Wir haben heute eine kompakte Mannschaftsleistung gezeigt und sehenswerte Treffer erzielt. Schade, dass wir letzte Woche mit dem späten Gegentor in der Nachspielzeit den Sieg verschenkt und dadurch einen optimalen 9-Punkte-Start verpasst haben. Aber wir sind auf einem guten Weg,“

CS