Befreiungsschlag bleibt aus

Der erhoffte Befreiungsschlag ist ausgeblieben: Auch gegen BG Marburg verließ das Bornheimer Hessenliga-Team den Platz als Verlierer und kassierte dabei bereits die 5.Niederlage in Folge. Nach der neuerlichen Pleite ist der Vorsprung  auf die Abstiegsplätze damit auf nur noch einen Zähler zusammengeschrumpft. „Meine Mannschaft hat heute trotz der zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle alles versucht, aber es hat nicht gereicht“ zog Trainer Michel ein knappes Fazit nach Spielschluss.  Abermals als Sieger verlies dagegen Bornheims „Zweite“ den Platz, der beim 1:0-Erfolg über die FSG Usinger Land –wie schon in der Vorwoche- abermals ein Elfmetertreffer zum Sieg reichte.

Nicht abreißen will derzeit die Verletzungsmisere im Bornheimer Lager. Neben den Langzeitverletzten Vera Klingebiel , Sandra Ott und Khaoula El Bakali musste Trainer Michel diesmal mit dem kurzfristigen Ausfall von Leistungsträgerin Christina Depta wegen Rückenproblemen den nächsten personellen Rückschlag verkraften.  „Zur Zeit ist wirklich der Wurm drin“, so Trainer Michel. „Wir haben über die ganze Woche im Training an einer neuen Taktik gearbeitet, die durch Christinas Ausfall komplett über den Haufen geworfen worden ist“ stellte der Bornheimer Übungsleiter ernüchtert fest. Dennoch war die Bornheimer Elf mit dem festen Willen in das Spiel gegangen, den so dringend benötigten „Dreier“ unter Dach und Fach zu bringen und den Vorsprung auf die Abstiegsränge zu vergrößern. Marburg, mit dem Rückenwind des 5:1-Erfolgs aus der Vorwoche gegen Mittelbuchen nach Bornheim gereist, erwies sich jedoch als erbitterter Widersacher und lag zur Halbzeit durch Treffer von Theresa Goy (26.) und Selena Botthof per Freistoß (32.) bereits mit 0:2 in Front. In Anbetracht der Tatsache, dass sich Marburg bis dahin als das lauffreudigere und präsentere Team vorgestellt hatte, war diese Führung durchaus verdient.

Die Hereinnahme von 3 neuen Spielerinnen bereits zu Beginn der zweiten Hälfte sorgte zwar für eine gewisse Belebung bei den Hausherrinnen, dass Herausspielen von klaren Torgelegenheiten blieb aber, wie schon in den Spielen zuvor, weiterhin das Kernproblem im Bornheimer Spiel. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass Steffi Löhr bereits kurz nach der Pause (50.) fasst der Anschlusstreffer geglückt wäre, doch parierte Marburgs Keeperin  Janina Jansen den Schuss mit einer sehenswerten Parade. Für das 1:2 sorgte schließlich Jenny Zitnik, die nach 69 Minuten mit einem sehenswerten Freistoß den Ball ins Netz zirkeln konnte. Mehr war aber letztendlich trotz aller Bemühungen nicht mehr zu holen.

„Das war natürlich ein herber Dämpfer für uns“, war auch der Sportliche Leiter Christoph Schaaff am Ende dieses „6-Punkte-Spiels“ dementsprechend enttäuscht. „Jetzt stehen wir vor schweren Wochen und müssen schauen, dass wir nicht weiter zurückfallen. Mit den Spielen gegen die Eintracht und gegen Wiesbaden wird das aber sicherlich eine Herkulesaufgabe“ war sich Schaaff der Schwere der bevorstehenden Herausforderungen durchaus bewusst. „Aber jetzt gilt es, Mentalität zu zeigen!“

Minimalismus pur regiert derzeit beim Bornheimer Gruppenliga-Team, das ebenfalls mit großen Verletzungsproblemen zu kämpfen hat. „In Anbetracht der zahlreichen Ausfälle kann es für uns momentan nur darum gehen, die angestrebten Punkte einzufahren“, gibt sich Trainer Erdinc Özkuscu zurzeit auch mit wenig spielerischem Glanz seiner Elf zufrieden. „Schon morgen fragt keiner mehr, wie der Sieg zustande gekommen ist“ , stellte Özkuscu mit Rückblick auf das 1:0 seiner Mannschaft gegen die Gäste aus dem Taunus fest, in dem er bereits nach 20 Minuten auf  Grund muskulärer Probleme auf Spielführerin Alex Galle verzichten musste. Das Tor des Tages resultierte auch diesmal aus einem von Ana Löw Gil verwandelten Foulelfmeter (63.) nachdem zuvor Selina Krüger im Strafraum zu Fall gebracht worden war. Auf der Gegenseite konnten die Gäste lediglich eine klare Torgelegenheit für sich verzeichnen, als Svenja Moldenhauer nach 39  Minuten an der glänzen reagierenden Torhüterin Lara Krämer scheiterte. Am kommenden Samstag trifft die SG im Spitzenspiel des 10.Spieltages auf den bislang noch verlustpunktfreien Aufsteiger und Tabellenführer FSG Haitz und möchte natürlich auch dort punkten. „Trotz der zahlreichen Verletzten glauben wir an unsere Chance und fahren mit dem entsprechenden Selbstbewusstsein nach Haitz“, zeigt sich Trainer Özkuscu im Vorfeld kämpferisch.

CS