Bornheim trotzt dem Favoriten

Einen unerwarteten Teilerfolg konnten Bornheims Hessenligafußballerinnen verbuchen und entführten mit dem 1:1 bei Ligaprimus Eintracht Frankfurt zumindest einen Zähler aus dem benachbarten Riederwald. Gefeierte Torschützin war dabei Steffi Löhr, die mit einem in den Winkel gezirkelten Freistoß den Ausgleichstreffer erzielen konnte. Gerissen ist dagegen die Siegesserie von Bornheim II, das sich beim Tabellenführer SG Haitz deutlich mit 4:0 geschlagen geben musste.

„Wir waren heute nicht mutig genug und haben deshalb auch verdient verloren“, blieb Trainer Erdinc Özkuscu nach der Niederlage trotz allem gelassen. Bereits zur Halbzeitpause hatte Haitz durch frühe Treffer von Lea Auerbach (08.) und Lena Neiter (12.) ein 2:0 für die überlegenen Gastgeber vorgelegt und die Weichen damit auf Sieg gestellt. Auch nach dem Seitenwechsel bot sich das gleiche Bild, so dass der Tabellenführer mit weiteren Toren von Theresa Noll (70.) und Kim Kathrin Beierl (87.) gegen eine abermals ersatzgeschwächte Bornheimer Elf nachlegen konnte. Zudem vergab Haitz vom Elfmeterpunkt noch die Chance auf einen weiteren Treffer (75.). „Haitz hat bewiesen, warum sie oben stehen. Für uns ist in der momentanen personellen Situation nicht mehr drin“ zeichnete der Bornheimer Coach ein realistisches Bild der derzeitigen Lage.

Deutlich mehr Grund zur Freude hatte hingegen sein Hessenliga-Kollege Manfred Michel, der nach zuletzt 4 Niederlagen in Folge ausgerechnet gegen Spitzenreiter Eintracht Frankfurt einen Teilerfolg seiner Mannschaft feiern konnte. „Für uns fühlt sich dieses Remis wie ein Sieg an, weil wir ohne jede Erwartung hier angetreten sind“ zog Michel ein zufriedenes Fazit der Partie. „Das Team hat heute die Vorgaben zu 100% umgesetzt und hat vor allem defensiv eine herausragende Vorstellung abgeliefert“, so der Coach weiter. Dabei schien das Match bereits früh die aus Bornheimer Sicht befürchte Richtung einzuschlagen, als Rosalie Sirna nach 5 Minuten den ersten Eintracht-Angriff zum 1:0 für ihr Team abschließen konnte. Hatte die Mehrheit der zahlreich erschienen Derby-Zuschauer erwartet, dass die Partie nun den zu vermutenden einseitigen Verlauf nehmen würde, zeigte sich schnell ein anderes Bild. Bornheimer gelang es mit zunehmendem Verlauf immer besser, die Partie ausgeglichen zu gestalten und den Eintracht-Sturm weitestgehend vom eigenen Tor fern zu halten. Das Wenige, das dennoch den Weg auf den Kasten fand, wurde zur sicheren Beute von Keeperin Sonnur Kiricioglu im Bornheimer Tor. Stattdessen war es auf der Gegenseite die Ex-Eintrachtlerin Steffi Löhr, die nach 37 Minuten einen Freistoß exakt in den Winkel des Eintracht-Tores beförderte und damit die Führung der Heim-Elf egalisierte. Mit diesem Spielstand wurden schließlich nach 45 Minuten auch die Seiten gewechselt.

Hatte die Eintracht in den vergangenen Spielen im Verlauf der zweiten Spielhälfte oftmals einen Gang höher geschaltet und dabei auch in Sachen Torausbeute nachlegen können, lag die Vermutung nahe dass das auch diesmal so sein würde. Allerdings erwies sich die Bornheimer Defensive weiterhin als kaum zu überwindendes Bollwerk, an der sich Eintrachts Stürmerinnen auch im weiteren Verlauf der Partie immer wieder die Zähne ausbissen. Zwar präsentierte sich die Eintracht nach wie vor als das Team mit der besseren Spielanlage, fand aber dennoch nicht den Weg durch die engmaschig gestrickte Hintermannschaft der Bornheimerinnen. Logische Schlussfolgerung war das Ausbleiben klarer Torchancen und schlussendlich auch weiterer Treffer für den Spitzenreiter, der sich am Ende mit einem aus eigener Sicht sicherlich unbefriedigendem Unentschieden zufrieden geben musste.

"Schön, dass nach den Misserfolgen der letzten Wochen unser Matchplan diesmal aufgegangen ist", äußerte sich Abteilungsleiter Christoph Schaaff hocherfreut über den Spielausgang. "Auch wenn wir heute nach vorne kaum Akzente haben setzen können, hat die Mannschaft trotzdem gezeigt, zu was sie in der Lage ist. Wenn es uns gelingt, diese Leistung auch in den 3 restlichen Partien des Jahres zu zeigen, sollten wir die unteren Tabellenregionen auch wieder verlassen können" gab sich Schaaff optimistisch.

Bereits am kommenden Mittwoch wartet mit dem Nachholspiel gegen den MFFC Wiesbaden ein weiterer schwerer Prüfstein auf die Michel-Truppe. "Wenn wir die gezeigte Leistung aus dem Eintracht-Spiel auch gegen Wiesbaden wiederholen können, dann sollte ein Dreier für uns drin sein", hofft Michel auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends.

CS