Dem Ligaprimus getrotzt

SG Bornheim – Usinger TSG 3:3 (1:2)
Freitag, 21. November 2014
Sechs Tore im Hinspiel, sechs Tore im Rückspiel; doch diesmal gleichmäßig verteilt.


Aus Borheimer Sicht hat es im zweiten Aufeinandertreffen nicht ganz gereicht, für die „Schmach von Usingen“ Revanche zu nehmen. Und dennoch, alle Beteiligten auf Bornheims Seite waren nach dem Abpfiff hochzufrieden, und daran gab es nichts zu deuteln: „Das war ein super Spiel“.
Die nicht ganz 100 Zuschauer sahen bei äußerst kühler Witterung ein klasse Spiel, ein temporeiches Spiel, ein Spiel zweier Gruppenliga-Topteams, die sich trotz Tabellenplatzunterschied – zumindest in diesen 90 Minuten – auf absoluter Augenhöhe gegenüber standen. Dass sich Rudolfs Mannschaft einiges für dieses Aufeinandertreffen mit dem ungeschlagenen Tabellenführer aus Usingen vorgenommen hatte, zeigte sich vielleicht dadurch: Das in der Kabine abgehaltene Einschwörritual dauerte deutlich länger als gewöhnlich. Maik Rudolf samt Trainer- und Betreuerteam saß schon auf der Heimbank, die Gäste aus dem Taunus standen zum Einlaufen bereit, erst dann war der aus 15 siegesgewillten Kehlen gebrüllte „BORNHEIM“-Ruf, aus dem Kabinengemäuer zu hören. Der Anstoßpfiff ertönte mit sechs Minuten Verspätung.
Dafür ging es gleich richtig zur Sache. Der ungeschlagene Tabellenführer schien wenig beeindruckt, stand kompakt, verlagerte geschickt, spielte kombinationsstark und schnell nach vorne. Auch auf Bornheimer Seite stimmte Tempo und Einstellung von Beginn an. Benni Beutel hatte früh die erste Großchance auf dem Fuß, zielte aber knapp am linken Pfosten vorbei. Das Usingens Ligadominanz nicht von ungefähr kommt, zeigte sich in der 16. und 22. Minute. Crecelius und Strohmann nutzten zwei Unachtsamkeiten in Bornheims Defensive eiskalt aus und sorgten für eine scheinbar komfortable 2:0 Führung aus Sicht des Tabellenführers. Für einen Moment sah man sich an den Ausgang des Hinspiels erinnert, hätte nicht sieben Minuten später Yuto Kamba den wichtigen Anschlusstreffer erzielt. Mit Zuversicht und Hoffnung der Bornheimer Fans auf Mehr, ging es mit 1:2 in die Pause.
Kaum aus der Kabine traf Usingens Patrick Lerch aus 25 Metern mit einem fulminanten „Strich“ unters Bornheimer Gebälk. „Den hab’ ich überhaupt nicht gesehen“, sagte Gianluca Colombo nach dem Spiel, und auch wenn die Kugel recht mittig einschlug, konnte man Bornheims Schlussmann aufgrund des Getümmels im Strafraum kaum einen Vorwurf machen. Jetzt begann aber Borheims stärkste Phase. Die Abwehrreihe mit Münzel, Schmanke, Borchardt und Koch verlagerte pausenlos das Spiel, davor ließen Rummel und Troll kaum Usinger Angriffe zu, und die offensiven Kamba, Beutel Schneider und Atzberger sorgten abwechselnd für gefährliche Szenen in Usingens Strafraum. In der 60. Minute zeigte Schiedsrichter Sebastian Poth aus Hainchen nach einem Usinger Handspiel auf den Elfmeterpunkt. Der kurz zuvor eingewechselte Dani Tewelde schnappte sich vom etatmäßigen Elfmeterschützen Moritz Schneider den Ball mit den Worten: „Den mach ich rein“, und bevor der verdutzte Bornheimer Kapitän seinen berechtigten Einwand aussprechen konnte, hatte Usingens Schlussmann Dreikausen den Flachschuss schon entschärft. Ärgerlich zwar, aber den Bornheimer Angriffsbemühungen tat der Fehlschuss keinen Abbruch. Kapitän Schneider belohnte Bornheims Drangphase in der 70. Minute und verringerte mit einem Kopfballtor aus spitzem Winkel den zwei Torevorsprung auf 2:3. Und zehn Minuten später, in der 90. Minute erinnerte sich wohl Dani Tewelde seiner Worte „Den mach ich rein“ und stolperte aus dem Gewühl heraus den Ball in eben dieses Eck, das ihm Dreikausen zuvor noch versperrte, zum hochverdienten 3:3 Endstand. (GG)

Die Mannschaft:
Colombo, Münzel (77. L. Cordes), P. Schmanke, Borchardt, Beutel, Atzberger, Kamba (53. Tewelde), Rummel, Schneider, Troll, Koch
Auf der Bank: Malsam, L. Cordes, Tewelde, Stanskus

Tore:
0:1 Crecelius (16.)
0:2 Strohmann (22.)
1:2 Kamba (29.)
1:3 Lerch (48.)
2:3 Schneider (70.)
3:3 Tewelde (90.)

Zuschauer: 90

Die Bilder zum Spiel:

  • dsc_2818